Erfolgsfaktoren der Viertagewoche: Wie Unternehmen von verkürzten Arbeitszeiten profitieren können
Die Einführung der Viertagewoche erfreut sich zunehmend großer Beliebtheit und gilt als wirksames Mittel, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Ein Beispiel dafür ist Heino Löber, Geschäftsführer von Rainbow Sanierungen in Bad Kissingen, der durch die flexiblere Arbeitsstruktur gleich drei neue erfahrene Handwerker einstellen konnte. Dies zeigt, dass das Thema Arbeitszeitverkürzung insbesondere auf jüngere Talente anziehend wirkt, die Wert auf Freizeit und ein ausgewogenes Arbeitsleben legen.
Solche positiven Erfahrungen sind nicht alleinig, denn im Februar 2024 starteten insgesamt 45 Unternehmen verschiedener Branchen einen bedeutenden Pilotversuch zur Einführung der Viertagewoche. Organisiert von der Berliner Unternehmensberatung Intraprenör und 4 Day Week Global, unterstützt von einem Forschungsteam der Universität Münster, wählten die Unternehmen das 100-80-100-Modell. Dies bedeutet, dass die Mitarbeiter 80 Prozent ihrer Arbeitszeit leisten, jedoch 100 Prozent ihres Gehalts erhalten sollen. Insgesamt zeigten die Studien, dass kürzere Arbeitszeiten nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern, sondern auch zu einer gesteigerten Produktivität führen können.
Die Ergebnisse des Piloten belegen, dass Beschäftigte, die weniger arbeiten, mehr Zeit für Bewegung und Erholung haben. Physiologische Messungen belegen zudem einen gesunkenen Cortisolspiegel, was auf weniger Stress hindeutet. Aber es sind nicht nur die Mitarbeiter, die von dieser neuen Arbeitsorganisation profitieren. Unternehmen berichten von stabilen Umsatz- und Gewinnzahlen, was darauf hinweist, dass die verkürzte Arbeitszeit unternehmerisch auch durchaus sinnvoll sein kann.
Zusätzlich verbessert sich das Image der Firma als moderner Arbeitgeber, was durch eine Zunahme an hochwertigen Bewerbungen unterstrichen wird. Der Prozess ist jedoch nicht ohne Herausforderungen und erfordert eine sorgfältige Planung und klare Kommunikation innerhalb der Teams, damit alle Mitarbeitenden in den Veränderungsprozess einbezogen werden.
Zusammenfassung
- Die Viertagewoche zieht vor allem qualifizierte Fachkräfte an und steigert die Mitarbeiterzufriedenheit.
- Ein großer Pilotversuch mit 45 Unternehmen zeigte, dass kürzere Arbeitszeiten zu höherer Produktivität und stabilen Geschäftszahlen führen können.
- Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert sorgfältige Planung, Einbeziehung aller Mitarbeitenden und Anpassung an individuelle Unternehmensbedürfnisse.
Was Vertriebsprofis wissen sollten
Vertriebsprofis sollten sich intensiv mit der Viertagewoche beschäftigen, da diese Arbeitszeitmodelle zahlreiche Vorteile für die Rekrutierung und Bindung von Talenten bieten. Die Flexibilität und die Aussicht auf eine bessere Work-Life-Balance sind entscheidende Faktoren, durch die Unternehmen sich in einem zunehmend kompetitiven Arbeitsmarkt behaupten können.
Um von diesen Vorteilen zu profitieren, ist es wichtig, den eigenen Mitarbeitern zuzuhören und deren Bedürfnisse zu verstehen. Eine erfolgreiche Implementierung erfordert ein Beziehungsmanagement, bei dem klar kommuniziert wird, wie sich die Veränderungen positiv auf die Arbeitsweise und das Wohlbefinden der Teams auswirken können. Zudem ist die Bereitschaft, bestehende Arbeitsstrukturen und -abläufe zu hinterfragen, von essenzieller Bedeutung.
Insgesamt sollten Vertriebsprofis und Unternehmensleiter die flexible Arbeitszeitverkürzung als Möglichkeit betrachten, nicht nur das Vertrauen in das Team zu stärken, sondern auch die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Das ist nicht nur gut für die Mitarbeiter, sondern auch für den langfristigen Erfolg des Unternehmens.
Thomas Unger – Vertriebsprofi mit Technikverstand
Tel. +49 6171 587 227
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Beitrag Fazit nach zwei Jahren Viertagewoche: Was funktioniert, was nicht
Quelle: Impulse




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