Optimierung von Geschäftsprozessen durch Künstliche Intelligenz (KI)
In den letzten Jahren hat die Künstliche Intelligenz (KI) erheblich an Bedeutung gewonnen und wird von vielen Unternehmen als Schlüssel zur Automatisierung von Prozessen angesehen. IT-Dienstleister und Technologiefirmen versprechen, dass KI den Auftragseingang abwickeln, den Kundensupport übernehmen und komplette Social-Media-Kampagnen erstellen kann. Trotz dieser vielversprechenden Prophezeiungen zeigt eine aktuelle Studie von Lufthansa Industry Solutions, dass 40 Prozent der Unternehmen in der DACH-Region mit dem Grad der Automatisierung unzufrieden sind. Ebenso belegt eine Umfrage von McKinsey, dass lediglich 1 Prozent der befragten großen Unternehmen glauben, ihre Prozesse seien reif genug, um KI erfolgreich zu integrieren.
Die Diskrepanz zwischen den hohen Erwartungen und der tatsächlichen Nutzung von KI-Tools ist auffällig. Viele Firmen scheinen überfordert zu sein, das volle Potenzial der KI auszuschöpfen. Dabei legt der McKinsey-Report nahe, dass der größte wirtschaftliche Vorteil durch die Automatisierung bestehender Geschäftsprozesse erzielt werden kann, und nicht unbedingt durch neue, innovative Geschäftsmodelle.
Um den Automatisierungsprozess effektiv zu gestalten, müssen Unternehmen zunächst identifizieren, welche Tätigkeiten zeitaufwendig und repetitiv sind. Ein einfacher Ansatz, den KI-Berater Benjamin Eidam empfiehlt, ist, alle Aufgaben und den dafür benötigten Zeitaufwand in einer Tabelle festzuhalten. Nach einigen Wochen ergibt sich ein klares Bild von den prozessualen Engpässen. Ein weiterer Ratschlag kommt von Fabian Westerheide, der eine Faustregel entwickelt hat: „Überall, wo ich Copy-Paste mache und es mehr als zehn Klicks dauert, frage ich mich: Warum automatisiere ich das nicht?“
Ein entscheidender Schritt ist es, ein detailliertes Verständnis der Prozesse zu entwickeln. Dazu sollten Unternehmen klären, woher die Daten stammen, welche Software verwendet wird und welches Ziel mit der Automatisierung verfolgt wird. Dies beinhaltet das gezielte Analysieren aller Schritte und Abläufe.
Eine schrittweise Automatisierung ist hier der Schlüssel zum Erfolg. So könnten Unternehmen beispielsweise mit der automatisierten Erfassung des Bestelleingangs beginnen, während alle anderen Prozessschritte manuell bleiben. Durch diese Herangehensweise lassen sich Fehlerquellen minimieren. Eine schnelle Überprüfung der Automatisierungsergebnisse ist ebenso wichtig. Wenn sich herausstellt, dass kein Vorteil erzielt wird, ist es ratsam, die Automatisierung umgehend zu überdenken.
Interessanterweise warnen Experten vor dem blinden Vertrauen in KI-Technologien und dem damit verbundenen Hype. Für bestimmte Aufgaben kann eine einfachere, regelbasierte Lösung ausreichen, die kostengünstiger ist und weniger Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes aufwirft. Künstliche Intelligenz ist daher nicht immer die Antwort auf alle Probleme, insbesondere wenn klare Strukturen vorhanden sind, die auch mit einfacheren Mitteln umgesetzt werden können.
Zusammenfassung
- 40 % der Unternehmen in der DACH-Region sind mit dem Stand der Automatisierung unzufrieden.
- Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, das volle Potenzial von KI in ihren Prozessen auszuschöpfen.
- Eine schrittweise Automatisierung und das Identifizieren von wiederkehrenden Aufgaben sind entscheidend für den Erfolg.
Was Vertriebsprofis wissen sollten
Vertriebsprofis sollten sich intensiv mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) und deren Anwendungsmöglichkeiten im Vertrieb auseinandersetzen. Es ist entscheidend, die Automatisierung von Geschäftsprozessen nicht als einmalige Gelegenheit zu betrachten, sondern als fortlaufenden Prozess, der regelmäßig überprüft und optimiert werden sollte. Das tiefere Verständnis zuständiger Abläufe und der Datennutzung wird Vertriebsprofis in die Lage versetzen, KI gezielt einzusetzen und ihre Effizienz zu steigern.
Darüber hinaus ist es wichtig, realistische Erwartungen zu haben und sich nicht von den Versprechungen des KI-Hypes verleiten zu lassen. Stattdessen sollten Vertriebsprofis darauf achten, die richtigen Probleme zu identifizieren, die mit KI gelöst werden können, und nicht einfach teure Lösungen zu installieren, die möglicherweise nicht den gewünschten Effekt haben. Ein systematisches Vorgehen in der Automatisierung, verbunden mit einem genauen Monitoring der Ergebnisse, wird langfristig helfen, die Produktivität und Effektivität im Vertrieb zu steigern.
Thomas Unger – Vertriebsprofi mit Technikverstand
Tel. +49 6171 587 227
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Beitrag Läuft von selbst: So optimierst du deine Prozesse mit KI
Quelle: Impulse

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