Emotionen im Change-Management: Ein Schlüssel zum Erfolg
Im dynamischen Umfeld des heutigen Unternehmenslebens sind Veränderungen unausweichlich. Insbesondere Nicole Schindelar, die Inhaberin eines Schrottplatzes in München, musste erkennen, dass ihre Erfahrungen als Unternehmerin mehr mit einem klassischen Drama gemein haben, als sie ursprünglich dachte. Nachdem sie die Leitung des Familienunternehmens übernommen hatte, war die Realität von Umsatzrückgängen und einem drastischen Einbruch der Fahrzeugverwertung alles andere als der Traum, den sie sich in ihrer Kindheit vorgestellt hatte.
Die Umstellungen, die Schindelar in den vergangenen Jahren durchgeführt hat, waren tiefgreifend. Von 4.000 ausgesonderten Autos pro Jahr fiel die Zahl drastisch auf nur 1.000. Die Auslöser für diesen Wandel waren vielschichtig – von der Corona-Pandemie bis hin zu globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten. Diese Veränderungen führten zu einer schmerzhaften Einsicht: Die Angst vor dem Scheitern war so groß, dass sie eine Transformation des Unternehmens erforderte.
Ein zentrales Element in ihrem Change-Prozess war das Emotionsmanagement. Viele Führungskräfte neigen dazu, sich auf Daten und Prozesse zu konzentrieren, doch Schindelar erkannte, dass der Umgang mit den Emotionen ihrer Mitarbeitenden ebenso wichtig ist. Jennifer Bähner, Coaching-Expertin, bestätigt diesen Ansatz. Veränderungen lösen in der Regel starke emotionale Reaktionen aus, und prägnante Kommunikation sowie Verständnis für diese emotionalen Prozesse sind entscheidend.
Schindelar initiierte daraufhin Veränderungen, die bei den Mitarbeitenden zunächst auf Widerstand stießen. Doch sie war vorbereitet und nutzte ihre Augenzeugen des Wandels, um ein Verständnis für die Emotionen ihrer Angestellten aufzubauen. Anstelle von formellen Meetings fand die Ideenentwicklung in einem kreativen, informellen Rahmen statt, um die Effizienz zu steigern. Dieser soziale Austausch war essenziell, um dass Vertrauen und Akzeptanz gegenüber den Veränderungen zu fördern.
Mit strukturierten Maßnahmen, wie der Zusammenlegung von Shops, der Implementierung eines Online-Handels und der Anpassung von Kostenstrukturen, schaffte Schindelar einen neuen Kurs für das Unternehmen. Diese radikalen Schritte bedeuteten auch, die Belegschaft signifikant zu reduzieren. Es war ein schwieriger Prozess, der jedoch die Notwendigkeit von Transparenz und Mitgefühl an die erste Stelle setzte. Den Mitarbeitenden wurde die Gelegenheit geboten, über ihre Emotionen zu sprechen, was für ein nachhaltiges Arbeitsklima entscheidend ist.
Zusammenfassung
- Emotionen spielen eine zentrale Rolle im Change-Management, erfordern aber auch ein strukturiertes Emotionsmanagement.
- Der Umgang mit Widerstand erfordert Verständnis und Kommunikation und sollte im Team aktiv gefördert werden.
- Kreative Meetings und Transparenz stärken das Vertrauen zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden.
Was Vertriebsprofis wissen sollten
Für Vertriebsprofis ist es unerlässlich, die Bedeutung emotionaler Intelligenz im Vertrieb und Change-Prozessen zu erkennen. Veränderungen im Markt, wie wirtschaftliche Unsicherheiten oder technische Weiterentwicklungen, können starke Emotionen wecken, sowohl bei Kunden als auch bei Mitarbeitenden. Vertriebsmitarbeiter sollten sich darüber im Klaren sein, dass deren Bindung an das Unternehmen oft von der emotionalen Führung abhingt. Sie müssen in der Lage sein, sowohl Unterstützung zu bieten als auch selbst mit ihren eigenen Emotionen umzugehen, um in veränderten Situationen handlungsfähig zu bleiben. Eine gesunde Kommunikationskultur, die Emotionen zulässt und respektiert, ist entscheidend für den Erfolg des Unternehmens und fördert die Resilienz im Team.
Mit der richtigen Haltung können Vertriebsprofis nicht nur ihre eigene Widerstandskraft stärken, sondern auch die Akzeptanz von Veränderungen in ihrem Team fördern.
Thomas Unger – Vertriebsprofi mit Technikverstand
Tel. +49 6171 587 227
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Beitrag Besser als Ausflippen: So managst du Gefühle in Change-Phasen
Quelle: Impulse




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