Die Bedeutung der Sprache in Krisenzeiten: 4 Floskeln, die Führungskräfte meiden sollten
Im Unternehmenskontext stehen häufig Veränderungen an, die nicht nur die Strategien, sondern auch die Zusammenarbeit innerhalb von Teams betreffen. Solche Transformationen können in der Belegschaft Nervosität und sogar Ängste hervorrufen. Führungskräfte versuchen oft, diese Emotionen zu adressieren, indem sie beruhigende Sätze wie: „Davor müsst ihr keine Angst haben“ oder „Das ist kein Grund zur Sorge“ verwenden. Diese Art der Kommunikation ist jedoch nicht immer effektiv und kann die Situation sogar verschlimmern.
Das Buch „Führen in der Krise“ von Astrid und Silke Sichart bietet wertvolle Einsichten und Ratschläge, wie Führungskräfte ihre Wortwahl in schwierigen Zeiten verbessern können. Ein zentraler Punkt ist, dass selbst kleinste Wortwahl drastische Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Mitarbeiter haben kann. Hier sind vier Floskeln, die in kritischen Phasen besser vermieden werden sollten:
1. „Aber“: Diese Konjunktion hat die Macht, positive Rückmeldungen zu negieren. Ein Satz wie „Das ist ein guter Vorschlag, aber …“ führt dazu, dass die Mitarbeitenden nur die nachfolgende Kritik im Gedächtnis behalten. Die Lösung liegt im Ersetzen des „aber“ durch „und“, um Lob und Kritik gleichwertig zu formulieren.
2. Verneinungen: Aussagen wie „Das soll keine Kritik sein …“ betonen das Wort „Kritik“, während die eigentliche positive Botschaft verloren geht. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, empfehlen die Autorinnen, positivere Formulierungen zu nutzen, wie zum Beispiel: „Ich möchte dir ein Feedback geben.“
3. „Müssen“: Die Verwendung dieser Formulierung kann die Selbstbestimmung der Mitarbeitenden einschränken. Führungskräfte sollten stattdessen Formulierungen wählen, die Spielraum lassen, wie „Ich möchte …“ oder „Lasst uns …“.
4. „Ehrlich gesagt“: Diese Einleitung wird oft als Hinweis auf besondere Ehrlichkeit interpretiert, kann jedoch auch als Zeichen aufgefasst werden, dass die Person ansonsten nicht ehrlich ist. Es empfiehlt sich stattdessen, direkt zur Sache zu kommen, ohne solche Floskeln.
Führungskräfte sollten auch auf ihre Körpersprache achten, da diese wesentlichen Einfluss auf die Kommunikation hat. Eine offene Körpersprache, verbunden mit positiven Haltungen wie tiefem Atmen und „Power Posing“, kann helfen, ein motivierendes Umfeld zu schaffen. Die Sozialpsychologin Amy Cuddy hat nachgewiesen, dass solche Posen das Stresshormon Cortisol senken und das Testosteron erhöhen, was Selbstbewusstsein fördert.
Zusammenfassung
- Die Wortwahl von Führungskräften hat einen erheblichen Einfluss auf die Emotionen der Mitarbeitenden.
- Vier Floskeln sollten in Krisensituationen vermieden werden: „aber“, Verneinungen, „müssen“ und „ehrlich gesagt“.
- Körpersprache spielt eine essentielle Rolle in der kommunikativen Wirkung und sollte bewusst eingesetzt werden.
Was Vertriebsprofis wissen sollten
Für Vertriebsprofis ist es entscheidend, die Kommunikationsstrategie in Zeiten des Wandels strategisch zu überdenken. In Phasen mit Unsicherheiten ist die Art und Weise, wie Informationen vermittelt werden, von größter Bedeutung. Die richtigen Formulierungen fördern nicht nur das Vertrauen, sondern stärken auch die Teamdynamik und die Motivation der Mitarbeiter.
Vertriebsprofis sollten darauf achten, ihre Worte sorgfältig zu wählen, um klare und positive Botschaften zu senden. Es ist entscheidend, die emotionalen Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu berücksichtigen und eine Atmosphäre zu schaffen, die Offenheit fördert. Das bedeutet nicht nur, Floskeln zu vermeiden, sondern auch aktiv zuzuhören und gewonnene Erkenntnisse in den Vertriebsalltag zu integrieren. Nur durch diese bewusste Kommunikation können Teams in Krisenzeiten erfolgreich zusammenarbeiten und auch in unsicheren Zeiten motiviert bleiben.
Thomas Unger – Vertriebsprofi mit Technikverstand
Tel. +49 6171 587 227
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Beitrag 4 Floskeln, die du dir besonders in Change-Phasen verkneifen solltest
Quelle: Impulse




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